Network I/O Control
Heutzutage wird in vielen virtualisierten Rechenzentren auf 10 Gigabit Ethernet-Netzwerkadapter (10GbE) umgestellt. Durch den Einsatz von 10GbE-Adaptern müssen nicht mehr mehrere 1-GB-Netzwerkkarten konfiguriert werden. Die Bandbreite von 10GbE ist so großzügig, dass mehrere Datenverkehrsströme gleichzeitig über denselben 10GbE-Link fließen können. Datenströme, die bislang auf die Bandbreite eines 1GbE-Links beschränkt waren, können jetzt über bis zu 10GbE fließen.
Daher können jetzt 10GbE-Netzwerkadapter eingesetzt werden, wo früher für hohe Bandbreitenanforderungen zu Spitzenzeiten eine große Anzahl an 1GB-Netzwerkadaptern vorgehalten wurde. Auch die anderen Nachteile der 1GB-Technologie, wie die eingeschränkte Bandbreite und die geringe Auslastungskapazität, gehören mit der Umstellung auf 10GbE der Vergangenheit an.
Zwar werden durch den Einsatz der 10GbE-Lösung Netzwerkinfrastrukturen erheblich vereinfacht und auch die Unzulänglichkeiten der 1GB-Netzwerkkarten spielen keine Rolle mehr. Doch um den maximalen Nutzen der 10GbE-Lösung zu erzielen, müssen noch ein paar Herausforderungen gemeistert werden. Eine der wichtigsten Herausforderungen besteht darin, dafür zu sorgen, dass latenzanfällige sowie wichtige Datenströme die benötigte Bandbreite erhalten.
Mit vSphere Network I/O Control (NIOC) können Sie 10GbE voll ausnutzen, indem verschiedene Workloads vereinheitlicht und über eine einzige Netzwerkleitung geschickt werden. Bei NIOC gibt es in vielerlei Hinsicht ähnliche Ressourcenpools, wie sie bereits für CPU und Arbeitsspeicher vorhanden sind. In Form von Beschränkungen und Freigaben erhält der vSphere-Administrator ausreichende Steuerungsmöglichkeiten. Diese ermöglichen die Vorhersage der Netzwerk-Performance, wenn mehrere Datenverkehrsarten um dieselben physischen Netzwerkressourcen konkurrieren. NIOC wird nur zusammen mit vSphere Distributed Switch (VDS) unterstützt.
NIOC zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Isolation: Datenisolation unterbindet die Dominanz eines einzelnen Datenstroms. Dies verhindert Leistungsabfälle und unerwünschte Störungen.
- Freigabe: Die flexible Partitionierung der Netzwerkkapazität unterstützt den Umgang mit Mehrfachvergaben, wenn Datenströme in starkem Wettbewerb um dieselben Ressourcen stehen.
- Beschränkung: Die Datenbandbreite kann auf dem gesamten VDS-Paket der dvUplinks beschränkt werden.
- Lastenbasiertes Teaming: Ein VDS-Paket der dvUplinks kann effizient für die Netzwerkkapazität eingesetzt werden.
- IEEE 802.1p-Tagging: Pakete, die den vSphere-Host verlassen, können für die ordnungsgemäße Handhabung durch die physischen Netzwerkressourcen getaggt werden.
NIOC teilt Datenverkehr in verschiedene vordefinierte Ressourcenpools ein:
- vMotion
- iSCSI
- FT-Protokollierung
- Management
- NFS (Network File System)
- VM-Datenverkehr
- vSphere-Replikationsdatenverkehr
- Benutzerdefiniert