VMware

Unterstützung für virtualisierte Umgebungen

Die Situation:  Softwareanbieter unterstützen mittlerweile nachhaltig Kunden mit virtuellen Umgebungen. Microsoft hat sich beispielsweise verpflichtet, kommerziell angemessenen Support für Kunden mit Microsoft Produkten in virtuellen Umgebungen anzubieten. Hierzu zählen auch Kunden mit VMware, sofern diese Premier-Support-Kunden sind. Branchenweit haben die meisten großen Softwareanbieter ebenfalls Support-Policies für Kunden mit virtualisierten Umgebungen implementiert.

Die Möglichkeit:  Kunden virtualisieren alle Aspekte ihrer IT-Infrastruktur, und der betriebliche Nutzen bzw. die Vorteile machen weitere Übergänge unvermeidbar. Jeder Anbieter, der noch keine Support-Policy für Kunden mit virtuellen Umgebungen bereitgestellt hat, sollte diese sofort einführen. Außerdem muss die Einschränkung des Supports auf bestimmte Kundenkategorien so angepasst werden, dass ein Modell für umfassende Kundenerfahrungen entsteht. Virtuelle Hardware ist eine Branchennorm geworden und muss in Hardwarekompatibilitätslisten und Zertifizierungsprogrammen so wie andere standardmäßige Hardwareplattformen behandelt werden.

Lizenzierung je Prozessor für virtuelle Umgebungen

Die Situation:  Größere Softwareanbieter haben ihre Lizenzmodelle ebenfalls an Umgebungen mit virtuellen Maschinen angepasst. Die Kombination von Multi-Core-Prozessortechnologie und Mainstream-Virtualisierung hat letztere für die meisten Softwareanbieter zu einer vorherrschenden Basisumgebung werden lassen.

Anbieter wie IBM Software, BEA Systems und Microsoft haben Lizenzierungsmodelle eingeführt, die auf der Anzahl der virtuellen Prozessoren oder Sockel basieren, die eine Anwendungsinstanz nutzt (im Gegensatz zu physischen Prozessoren oder Sockeln). Microsoft hat beispielsweise seine Policies überarbeitet, um diese an Lizenzierung je virtuellem Prozessor zu berücksichtigen (Oktober 2005). Die Ausführung einer Anwendung in einer virtuellen Maschine mit zwei oder vier Prozessoren auf einem Vier-Sockel-Server mit vier oder acht Prozessorkernen wird mehr und mehr zum Normalfall. Kunden haben die entsprechenden Lizenzierungsmodelle gefordert, und die großen Anbieter haben positiv reagiert.

Die Möglichkeit:  Jeder Anbieter von Unternehmenssoftware mit Lizenzierung auf physischen Prozessoren sollte auch eine Option für die Lizenzierung auf der Basis virtueller Prozessoren anbieten. Ältere, ausschließlich auf physischen Systemen basierende Lizenzierung werden in einer virtualisierten Umgebung häufig zur Last und frustrieren Kunden, die sich mit der Lizenzverfolgung befassen und die ihre Anbieter angemessen bezahlen möchten. Wird dieser Wandel nicht vollzogen, werden die loyalsten Kunden zusätzlich belastet, so dass die Bemühungen der Anbieter nicht mehr den gewünschten Erfolg zeigen.

Lizenzierung von Parität über Virtualisierungsprodukte hinweg

Die Situation:  Kunden benötigen einheitliche Lizenzierung, unabhängig vom verwendeten Virtualisierungsprodukt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Kundenentscheidungen. Eine Microsoft SQL Server-Datenbank unter Windows Server 2003 muss bei Verwendung eines Virtualisierungsprodukts von VMware oder Microsoft auf identische Weise lizenziert werden. Dies ist tatsächlich auch der Fall. Nahezu alle Anwendungsanbieter und Betriebssystemhersteller sind sich in diesem Punkt einig.

Die Möglichkeit:  Diese Parität bei grundlegender Lizenzierung und Preisgestaltung über Virtualisierungsprodukte hinweg ist für Kunden von kritischer Bedeutung und muss im Rahmen der weiteren Branchenentwicklung erhalten bleiben.

Betriebssystem-APIs für die Virtualisierung

Situation:  Paravirtualisierung bezieht sich auf die Kommunikations-APIs zwischen einem Betriebssystem in einer virtuellen Maschine und einem Virtualisierungsprodukt. VMware, IBM, Red Hat, XenSource und andere Anbieter haben einen erheblichen Beitrag zur offenen Community geleistet, um eine Paravirtualisierungs-API für alle Virtualisierungsplattformen und alle Betriebsysteme zu implementieren. Diese Paravirtualisierungstechnologie namens paravirt ops ist kostenlos verfügbar und wird von Linux, Xen, kvm etc. auf breiter Ebene übernommen.

Im Gegensatz dazu hat Microsoft proprietäre APIs (einschließlich, jedoch nicht begrenzt auf Microsoft „Enlightenments“) für Longhorn entwickelt, die die Kommunikation zwischen Windows und Hypervisors managen. Microsoft hat diese API-Spezifikationen auf der WinHEC-Konferenz im Juni 2006 bekannt gegeben, jedoch bisher keine offene Implementierung dieser APIs durch Dritte oder in Open Source-Projekten gestattet. Microsoft hat einigen Anbietern (z. B. Novell) die Entwicklung mit Hilfe dieser APIs gestattet und erhält im Gegenzug kritisches geistiges Eigentum zu Betriebssystemen sowie fortlaufende Zahlungen.

Die Möglichkeit:  Frühzeitiger, gleichberechtigter Implementierungszugriff auf Betriebssystemschnittstellen zur Virtualisierung für alle Anbieter ermöglicht Innovation und die von den Kunden geforderte Auswahl. Die freie Verfügbarkeit von APIs zu Linux und Windows für alle Anbieter ist eine kritische Voraussetzung hierfür. Microsoft muss seine APIs schnellstmöglich für die breite Nutzung zugänglich machen, so dass sich die Branche angesichts der bevorstehenden Einführung von Longhorn Server auf die Interoperabilität vorbereiten kann.

Mobilität für virtuelle Umgebungen

Situation:  Die Möglichkeit zur robusten Verlagerung einer aktiven, geschäftskritischen Anwendung in einer virtuellen Maschine von einem physischen Server auf einen anderen ist eine wichtige Voraussetzung für eine virtuelle Infrastruktur. Viele Kunden nutzen diese Live-Migration (Vmotion), um Ressourcen über Anwendungen und Hardware hinweg auszubalancieren, um Hardewareausfälle zu vermeiden und um die Skalierung und Reaktionsfähigkeit der IT-Infrastruktur zu vereinfachen.

Microsoft Lizenzierungs-Policies unterstützen Instanzen von Windows Betriebssystemen und Serveranwendungen, die in virtuellen Maschinen laufen. Diese können von einem physischen Server auf einen anderen verschoben werden, wenn Quell- und Zielserver beide für das Betriebssystem und die Serveranwendung richtig lizenziert sind. Microsoft nennt diesen Vorgang „Verlagerung einer Softwareinstanz“, und dies ist genau die Vorgehensweise von VMotion. Wenn z. B. zwei Server an ein SAN angeschlossen sind, auf dem mehrere virtuelle Festplatten sowohl Windows Server 2003 als auch Exchange enthalten, können diese Instanzen von einem physischen Server auf einen anderen verschoben werden, solange jedem der beiden physischen Server Lizenzen für Windows Server 2003 und Exchange zugewiesen sind.

Die Möglichkeit:  Kunden möchten in der Lage sein, aktuelle Softwarelizenzen ohne lästige Einschränkungen von einem Server zu einem anderen zu verlagern, so wie sie Softwareinstanzen in virtuellen Maschinen frei von einem System auf ein anderes verlagern können. Die meisten Anwendungsanbieter unterstützen dies, indem sie zulassen, dass Lizenzen nicht an physische Systeme, sondern an virtuelle Maschinenumgebungen gebunden werden. Auf diese Weise können Kunden Softwareinstanzen in virtuellen Maschinen bei Bedarf über mehrere physische Systeme hinweg verlagern. Diese Policy bietet erhebliche Vorteile hinsichtlich Verfügbarkeit und Flexibilität. Sie sollte daher von allen Softwareanbietern übernommen werden.

Im Gegensatz dazu weist die Lizenzierungs-Policy von Microsoft einige Einschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Lizenzen von einem Server auf einen anderen auf. Im Rahmen der Microsoft Lizenzierung werden Windows Server-Lizenzen an physische Systeme gebunden und können nicht zusammen mit virtuellen Maschinenumgebungen verlagert werden. Die Neuzuweisung einer Lizenz zu einem anderen Server ist (mit Ausnahme von Hardwarefehlern) nur einmal in 90 Tagen zulässig. Bei häufigeren Neuzuweisungen müssen Kunden jedes System separat für die Ausführung der Server-Software lizenzieren. Dies bedeutet, dass die Kunden entweder weitere Lizenzen für Windows Server Standard oder Enterprise Edition erwerben müssen, um alle virtuellen Maschinen auf allen physischen Systemen abzudecken, oder dass sie ihre Windows Server-Lizenzen auf die Datacenter Edition aktualisieren müssen.

Kunden, die sich für die Windows Server Datacenter Edition, entscheiden, stehen nicht vor diesem Problem, da diese eine unbegrenzte Anzahl von Windows-Instanzen in virtuellen Maschinen zulässt. Andererseits kann dies für Kunden mit vorhandenen Lizenzvereinbarungen auf Basis von Windows Server Standard oder Enterprise Edition einen unnötigen und unlogischen, lästigen Aufwand bedeuten. Kunden benötigen ein pragmatisches, unkompliziertes Modell, bei dem die Anwender nicht gezwungen werden, inkrementelle Lizenzen zu erwerben oder zu einem „All-You-Can-Eat“-Modell zu wechseln, um die Mobilität virtueller Maschinen nutzen zu können.