Virtualisieren geschäftlicher Desktops
Situation: Immer mehr Unternehmenskunden setzen virtuelle Desktop-Systeme ein, um bei einzelnen Client-Desktops als auch bei zentral gemanagten Servern von Verwaltbarkeit und Flexibilität zu profitieren. Der Elan und das Interesse im Bereich der Desktop-Virtualisierung waren im vergangenen Jahr sehr groß, und Microsoft hat mit einem Lizenzmodell für virtuelle Desktops reagiert. Neben der zuvor angekündigten Unterstützung für das Betriebsystem Vista bei der Virtualisierung auf herkömmlichen PCs hat Microsoft kürzlich ein detailliertes Lizenzierungsmodell für das Server-basierte Hosting virtueller Windows-Desktops angekündigt. Dieses neue Modell namens Windows Vista Enterprise Centralized Desktops (VECD) ermöglicht den Kunden die Bereitstellung und Ausführung von Windows Vista Enterprise in virtuellen Maschinen auf Server-Hardware und den Zugriff über Remote-PCs und Thin Clients. VECD steht Microsoft Software Assurance-Kunden gegen eine jährliche Abonnementgebühr je Device zur Verfügung. Diese Gebühr variiert je nachdem, ob die Kunden PCs oder Thin Clients verwenden, um auf virtuelle Desktops zuzugreifen. Microsoft hat jedoch die Planung der Abonnementgebühr bisher nicht veröffentlicht. Dieser Lizenzierungsmodus gilt für Windows Vista Enterprise mit Software Assurance, und die Kunden können im Rahmen ihrer Software Assurance-Vereinbarung ein „Berechtigungs-Downgrade“ verwenden, um eine beliebige Version von Windows Professional (Windows 2000 Professional, XP Professional und Vista Enterprise) in einer virtuellen Maschine bereitzustellen.
Die Möglichkeit: Die Vista-Lizenzierung weist auch einige neue Virtualisierungseinschränkungen auf. Bei Windows Vista-Versionen, die in einer virtuellen Maschine ausgeführt werden können (Business, Enterprise und Ultimate), können Anwender keinen Content und keine Anwendung nutzen, der bzw. die durch die Microsoft Digital, Information oder Enterprise Rights Management-Technologie geschützt sind. Diese Einschränkungen müssen eliminiert werden, so dass Kunden den vollen Nutzen aus einer virtuellen Desktop-Infrastruktur und aus dem gekauften Produkt ziehen können.
Virtualisieren von Anwender-Desktops
Situation: Die Virtualisierung von Desktop-Systemen wird immer populärer. Mehrere Millionen Anwender von Software wie VMware Workstation, Fusion (Mac) und Player haben Virtualisierung für Allzweck-Desktops übernommen. Die Verbraucher nutzen eindeutig die Vorteile von Sicherheit und Einkapselung durch VMs, um die Zuverlässigkeit und Flexibilität von Desktop-Systemen zu erhöhen.
Die Übernahme nützlicher Technologien durch die Kunden ist unvermeidbar. Leider untersagt Microsoft die Virtualisierung der günstigeren Vista-Versionen (Vista Home Basic und Vista Home Premium). Microsoft gab zur Erläuterung an, dass diese Maßnahme dem Schutz der Kunden vor einer Technologie dient, die nicht für die breite Anwendung geeignet ist. Die Verbraucher werden außerdem daran gehindert, eine OEM Windows-Desktop-Lizenz (die Lizenz, die im Lieferumfang eines neuen PCs enthalten ist), in eine virtuelle Maschine zu konvertieren (z. B. zur Ausführung der bereits vorhandenen Windows XP-Lizenz als virtuelle Maschine). Dies widerspricht der Realität von Millionen vorhandener Verbraucher/Privatanwender, die Virtualisierung nutzen.
Diese Vorgehensweise wurde von zahlreichen Kunden und Branchenbeobachtern (z. B. von David Berlind von ZDNetm http://blogs.zdnet.com/BTL/?p=3860) kritisiert, die klar zum Ausdruck gebracht haben, dass diese Art der Unterdrückung der Nutzung von Betriebssystemen inakzeptabel ist.
Die Möglichkeit: Ein offenes Modell sollte Kunden und Verbrauchern ermöglichen, Windows-Lizenzen für Desktop-VMs mit mindestens der gleichen Flexibilität und den gleichen Betriebssystemangeboten zu erwerben, die bereits für nicht virtualisierte PCs existieren – und zwar über OEMs, Händler oder anderweitig. Dies kann zu neuen Lizenzverkäufen führen und bietet einen ausgezeichneten Pfad zur beschleunigten Vista-Akzeptanz.