Software in virtuellen Maschinen zur Anwendung über mehrere Virtualisierungsprodukte hinweg
Situation: Distribution und Übernahme von Software in virtuellen Maschinen ist zu einem zentralen Anwendungsfall für Virtualisierung geworden. Allein im VMware Technology Network stehen mehr als 400 virtuelle Geräte zur Verfügung. Diese reichen von Oracle Datenbanken über CRM-Pakete, Firewalls und E-Mail-Lösungen bis hin zu Betriebsystemen wie Red Hat Enterprise Linux. Alle diese Lösungen können kostenlos heruntergeladen und mit jeder Plattform/jedem Produkt verwendet werden. Microsoft bietet ebenfalls virtuelle Maschinen an, hat jedoch seine vier Evaluierungs-VMs für Exchange, SQL Server, Windows Server 2003 und ISA Server auf die Ausführung unter Microsoft Virtual Server beschränkt.
Die Möglichkeit: Da immer mehr Software in Form von virtuellen Maschinen verteilt wird, müssen die Kunden in der Lage sein, virtuelle Maschinen interoperabel zu beschaffen und zu nutzen. Angesichts der Marktposition von Windows ist die Möglichkeit zur Ausführung virtueller Windows-Geräte auf einem beliebigen Virtualisierungsprodukt eine grundlegende Voraussetzung für Anwender mit Windows-basierter Software und Virtualisierung.
Update: Die Microsoft Nutzungs-Policy gemäß Microsoft.com wurde überarbeitet. Die Klarstellung von Microsoft ist ein bedeutender, positiver Schritt für Anwender.

24. Februar 2007

28. März 2007

Interoperabilität über virtuelle Maschinenformate hinweg
Situation: Softwareanbieter verteilen ihre Produkte in der Regel in Form vorkonfigurierter und vorab zusammengestellter virtueller Geräte, die in den virtuellen Infrastrukturumgebungen der Kunden problemlos installiert und ausgeführt werden können. Darüber hinaus ist das Virtual Machine Disk Format von VMware offen verfügbar und kann von jedermann kostenlos genutzt werden. Die von Entwicklern, ISVs oder OEMs mit dieser Spezifikation erstellten virtuellen Maschinen können ohne Einschränkung hinsichtlich Nutzung, Verteilung und Konvertierung verwendet werden. VMware hat sein Virtual Machine Disk Format im April 2006 verfügbar und frei zugänglich gemacht. Microsoft folgte mit dem VHD-Format im Oktober 2006.
Microsoft verteilt virtuelle Maschinen zur Demonstration und Evaluierung gängiger Softwarepakete, wie SQL Server, Exchange und Windows Server. Diese VMs können zwar in technischer Hinsicht mit anderen Virtualisierungsprodukten (z. B. von VMware) zusammenarbeiten, aber laut der Microsoft Website, per Mausklick darstellbaren EULAs und README-Dateien lassen sich diese virtuellen Maschinen nicht in andere virtuellen Festplattenformate konvertieren. Dies führt effektiv zu einer künstlichen Beschränkung auf Microsoft Virtual Server oder Virtual PC. Diese virtuelle Maschine zur Demonstration von Exchange ist ein Beispiel hierfür.
Darüber hinaus müssen ISVs im Rahmen des Microsoft VHD Test Drive-Programms Windows-basierte virtuelle Maschinen im Microsoft VHD-Format bereitstellen und diese virtuellen Demo-Maschinen mit von Microsoft qualifizierten Tools aktivieren. Diese Tools sind derzeit auf Microsoft Virtual PC oder Virtual Server beschränkt. Virtualisierungsprodukte anderer Anbieter, die andere Virtual Machine Disk Format-Technologie als die von Microsoft nutzen, sind daher vom Microsoft Verteilungsprogramm für virtuelle Maschinen ausgeschlossen, obwohl diese Produkte für die robuste Ausführung virtueller Windows-Maschinen geeignet sind. Werden diese virtuellen Maschinen in einem Microsoft Virtualisierungsprodukt aktiviert, führen die vorhandenen Kopierschutz- und Aktivierungsmechanismen von Microsoft zur Deaktivierung dieser virtuellen Maschinen, wenn diese unter anderen Virtualisierungsprodukten (z. B. VMware) ausgeführt werden. Ein Beispiel für diesen Effekt findet sich in der Test-VM zu Internet Explorer/Windows XP.
Die Möglichkeit: Kunden haben in der Regel wenig Interesse an Dateiformatspezifikationen. Interoperabilität und Anwendungsverfügbarkeit sind erheblich wichtiger – vor allem in einem sich schnell entwickelnden Markt. Für Kunden und Anbieter ergibt sich wenig Nutzen aus der Beschränkung der Interoperabilität bzw. der Nutzung von Konvertierungs-Tools, die eigentlich dem grundlegenden Kundenkomfort dienen. Microsoft sollte ISVs die Erstellung virtueller Windows-Maschinen mit beliebigen Produkten und im virtuellen Maschinenformat ihrer Wahl ermöglichen. Wenn die Lizenzierungs- und Aktivierungsmechanismen die Möglichkeiten der Kunden zur freien Nutzung virtueller Windows-Geräte einschränken, wird die Innovation verlangsamt, und die Anwender werden sich von virtuellen Windows-Geräten abwenden und flexiblere, besser nutzbare Betriebsumgebungen wie Linux bevorzugen.