Desktop-Virtualisierung | DE

Was ist Desktop-Virtualisierung?

Im Rahmen von
Desktop-Virtualisierung werden Anwender-Workstations simuliert, sodass über remote verbundene Geräte auf sie zugegriffen werden kann. Eine solche Desktop-Abstrahierung ermöglicht es Anwendern, praktisch von überall aus zu arbeiten, sofern eine Netzwerkverbindung besteht. Dabei können sie unabhängig von Gerät oder Betriebssystem mit beliebigen Desktops, Laptops, Tablets oder Smartphones auf Unternehmensressourcen zugreifen.

Remote-Desktop-Virtualisierung ist außerdem eine wichtige Komponente digitaler Arbeitsplätze. Virtuelle Desktop-Workloads befinden sich auf Desktop-Virtualisierungsservern, die normalerweise auf virtuellen Maschinen (VMs) in On-Premises-Rechenzentren oder in der Public Cloud ausgeführt werden.

Da es sich bei Anwendergeräten im Wesentlichen um ein Display, eine Tastatur und eine Maus handelt, stellt ein verloren gegangenes oder gestohlenes Gerät ein geringeres Risiko für Unternehmen dar. Alle Anwenderdaten und -programme befinden sich auf dem Desktop-Virtualisierungsserver und nicht auf Client-Geräten.

Wie funktioniert Desktop-Virtualisierung?

Remote-Desktop-Virtualisierung basiert in der Regel auf einem Client-Server-Modell, bei dem die von Unternehmen ausgewählten Betriebssysteme und Anwendungen auf einem Server in der Cloud oder in einem Rechenzentrum ausgeführt werden. In diesem Modell erfolgen alle Interaktionen auf von Anwendern bevorzugten lokalen Geräten. Dies erinnert an die beliebten funktionsbeschränkten Terminals auf Mainframes und frühen Unix-Systemen.

Welche Vorteile bietet Desktop-Virtualisierung?

  1. Ressourcenauslastung: Da sich IT-Ressourcen für die Desktop-Virtualisierung in einem Rechenzentrum befinden, werden Ressourcen aus Effizienzgründen gebündelt. Betriebssystem- und Anwendungs-Updates müssen nicht mehr auf Anwendergeräte verteilt werden und praktisch alle Desktops, Laptops, Tablets oder Smartphones lassen sich für den Zugriff auf virtualisierte Desktop-Anwendungen verwenden. IT-Organisationen können daher weniger leistungsstarke, kostengünstigere Client-Geräte bereitstellen, da sie im Wesentlichen nur für Ein- und Ausgabe genutzt werden.

  2. Unterstützung von Remote-Mitarbeitern: Da sich jeder virtuelle Desktop auf zentralen Servern befindet, lassen sich neue Anwender-Desktops in Minutenschnelle bereitstellen und sind sofort für neue Anwender verfügbar. Darüber hinaus können sich IT-Support-Ressourcen auf Probleme mit den Virtualisierungsservern konzentrieren, ohne dabei die jeweiligen Anwendergeräte für den Zugriff auf virtuelle Desktops berücksichtigen zu müssen. Da alle Anwendungen über ein Netzwerk für Clients bereitgestellt werden, können Anwender praktisch überall dort, wo eine Internetverbindung besteht, auf ihre Business-Anwendungen zugreifen. Wenn Anwender ein Unternehmen verlassen, werden die für die jeweiligen virtuellen Desktops verwendeten Ressourcen zurück in den zentralen Infrastrukturpool verschoben.

  3. Sicherheit: Alle Jahre wieder nennen IT-Experten Sicherheit als ihre größte Herausforderung. Desktop-Virtualisierung zerstreut Betriebssystem- und Anwendungsbedenken in Bezug auf Anwendergeräte und bietet dadurch eine zentrale Sicherheitskontrolle, wobei sich Hardware-Sicherheitsanforderungen auf Virtualisierungsserver beschränken. Außerdem wird ein Identitäts- und Zugriffsmanagement mit rollenbasierten Berechtigungen angestrebt. So können Anwender nur auf die Anwendungen und Daten zugreifen, für die sie autorisiert sind. Wenn Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen, müssen Anwendungen und Daten nicht von Anwendergeräten entfernt werden. Sämtliche Daten auf Anwendergeräten sind von Natur aus kurzlebig und bleiben nicht bestehen, wenn eine virtuelle Desktop-Sitzung endet.

Welche Arten von Desktop-Virtualisierung gibt es?

Die drei beliebtesten Arten der Desktop-Virtualisierung sind virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI), Remotedesktopdienste (RDS) und Desktop as a Service (DaaS).

VDI simuliert das bekannte Desktop-Computing-Modell im Rahmen virtueller Desktop-Sitzungen, die auf VMs in On-Premises-Rechenzentren oder in der Cloud ausgeführt werden. Unternehmen, die dieses Modell einführen, verwalten Desktop-Virtualisierungsserver wie jeden anderen On-Premises-Anwendungsserver. Da das gesamte End-User Computing von Anwendern zurück in das Rechenzentrum verlagert wird, kann die Erstbereitstellung von Servern für VDI-Sitzungen eine erhebliche Investition darstellen. Gleichzeitig müssen Anwendergeräte jedoch nicht mehr fortlaufend aktualisiert werden.

RDS wird oft dort eingesetzt, wo anstelle ganzer Windows-, Mac- oder Linux-Desktops nur eine begrenzte Anzahl von Anwendungen virtualisiert werden muss. Bei diesem Modell werden Anwendungen auf lokale Geräte gestreamt, die ihr eigenes Betriebssystem ausführen. Da nur Anwendungen virtualisiert werden, können RDS-Systeme eine höhere Anwenderdichte pro VM bieten.

Im Rahmen von DaaS übernehmen Serviceanbieter die Desktop-Virtualisierung, wodurch die IT beim Bereitstellen virtueller Desktops deutlich entlastet wird. Unternehmen, die ihre IT-Ausgaben von Investitions- auf Betriebskosten umstellen möchten, werden die planbaren monatlichen Kosten, auf die DaaS-Anbieter ihr Geschäftsmodell stützen, sehr schätzen.

Desktop- und Servervirtualisierung

Bei der Servervirtualisierung abstrahiert der Hypervisor ein Serverbetriebssystem und seine Anwendungen von der zugrunde liegenden Hardware in eine VM. Mehrere VMs können auf einem einzigen Server ausgeführt werden, wobei jede über eigene Serverbetriebssysteme, Anwendungen sowie erforderliche Anwendungsabhängigkeiten verfügt, um eine Ausführung wie auf Bare-Metal-Systemen zu gewährleisten.

Bei der Desktop-Virtualisierung wird Client-Software (Betriebssystem und Anwendungen) von einem physischen Thin Client abstrahiert, der sich remote mit Anwendungen und Daten verbindet, in der Regel über das Internet. Durch diese Abstrahierung können Anwender mit beliebig vielen Geräten auf ihre virtuellen Desktops zugreifen. Je nach Anzahl an gleichzeitigen Anwendern zu Spitzenzeiten kann Desktop-Virtualisierung den Bandbreitenbedarf von Unternehmen deutlich erhöhen.

Desktop- und Anwendungsvirtualisierung

Anwendungsvirtualisierung isoliert die Programmausführung von zugrunde liegenden Geräten. Bei der Desktop-Virtualisierung hingegen werden ganze Desktops (Betriebssystem und Anwendungen) abstrahiert, auf die dann praktisch jedes Client-Gerät zugreifen kann.

Anwendungsvirtualisierung vereinfacht die Installation jeder einzelnen Anwendung, die einmal auf einem Server installiert und dann für verschiedene Anwendergeräte virtualisiert wird. Client-Geräte erhalten eine paketierte, vorkonfigurierte ausführbare Datei, die die Bereitstellung erleichtert.

Eine Virtualisierungsanwendung existiert als einzelne Instanz auf dem Anwendungsserver, wodurch die Wartung erheblich vereinfacht wird. Es muss nur eine Instanz aktualisiert werden. Sollte eine Anwendung stillgelegt werden, wird sie beim Löschen vom Anwendungsserver auch für sämtliche Anwender gelöscht, unabhängig davon, wo sich diese befinden. Da virtualisierte Anwendungen außerdem in ihren eigenen „Containern“ verpackt sind, können sie nicht miteinander interagieren oder Ausfälle anderer Anwendungen verursachen. Und weil virtualisierte Anwendungen unabhängig vom zugrunde liegenden Gerätebetriebssystem sind, lassen sie sich auf jedem Endpunkt verwenden, egal ob Windows, iOS oder Linux/Android.

Jedoch ist Anwendungsvirtualisierung nicht für jede Anwendung geeignet. Computing- und grafikintensive Anwendungen können durch eine Verlangsamung beeinträchtigt werden, was zu spürbaren Verzögerungen beim Rendering führt. Zudem ist eine gute Breitbandverbindung erforderlich, um Anwendererfahrungen bereitzustellen, die mit Anwendungen auf lokalen Geräten vergleichbar sind.

Zugehörige VMware-Produkte, -Lösungen und -Ressourcen für die Desktop-Virtualisierung

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Anwendungsvirtualisierung mit ThinApp

ThinApp beschleunigt die Anwendungsbereitstellung und vereinfacht die Anwendungsmigration. Dabei werden Anwendungen von zugrunde liegenden Betriebssystemen isoliert, um Anwendungskonflikte zu vermeiden und sowohl Bereitstellung als auch Management zu optimieren.

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VMware Horizon® 7 vereinfacht das Verwalten und Bereitstellen von virtuellen Desktops und Anwendungen für Anwender über eine einzige Plattform – On-Premises, in der Cloud oder in einer Hybrid bzw. Multi-Cloud-Konfiguration.

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Mit VMware Horizon Cloud können Sie virtuelle Desktops und Anwendungen geräte- sowie standortunabhängig über die Cloud bereitstellen – und zwar im Rahmen einer zentralen, Cloud-basierten Steuerungsebene.